Legenden der Bretagne

    

Die Legende der Stadt Ys in der Bretagne

Die Stadt Ys ist in der Bucht von Douarnenez versunken. Diese Stadt war so mächtig, dass sie ganz Gallien dominierte und wurde von König Gradlon, König von Cornouaille, regiert. Ys besaß zum Schutz vor dem Meer Deiche und Tore, deren Schlüssel nur der König verwahrte. Der alte Mann war Witwer und verwöhnte seine Tochter Dahut nur allzu sehr. Sie wuchs ohne Zucht und Ordnung auf, verfiel eines Tages dem Sündenleben und zog die ganze Stadtbevölkerung hierzu mit sich. Eines Tages wurde sie sogar zur Geliebten des Teufels, der sie dazu überredete den  Deichschlüssel zu stehlen. Bei aufziehender Nacht öffnete er die Schleusentore und die Fluten strömten sofort in die Stadt. Gradlon war vom Heiligen Guénolé gewarnt worden und konnte gerade noch auf seinem Pferd flüchten, wobei er seine Tochter mit sich riss. Der Heilige befahl ihm jedoch sie hinter sich zu lassen, oder mit ihr zu versinken. Gradlon sah dies schließlich ein und es gelang ihm sich zu retten. Die Stelle, wo er seine Tochter zurückließ wird heute noch Poul Dahud (Pouldavid), Dahut’s Hölle genannt. Die Legende erzählt, dass sie immer noch als Meeresjungfrau in der versunkenen Stadt lebe. Die Fischer hören sie manchmal singen, oder Glocken läuten.

 

 

Die Legende vom Ankou

Die Beziehung der Bretonen zum Tod ist tief vom keltischen Kulturerbe beeinflusst und von zahlreichen Traditionen und Sagen umwoben, die diesen Schritt in die andere Welt beschreiben. Der Ankou (Tod) wird in Form eines Skeletts mit einer Sense dargestellt und ist oft an den Skulpturen der Beinhäuser zu sehen. Er soll in der Nacht auf einem knarrenden Karren durch das Land ziehen. Wenn man dieses Geräusch hört, oder noch schlimmer, wenn man ihm begegnet, steht der Tod nicht lange aus. Das Tor zur Hölle, kalt und in Nebenschwaden, wo der Ankou die Toten erwartet, befindet sich in Yeun Ellez, in den Bergen der Monts d’Arée.

 

 

Tristan und Isolde

Tristan, Prinz von Léon (in der Westbretagne) wurde von seinem Onkel Marc, dem König von

Cornouaille, nach Irland geschickt um seine zukünftige Frau Isolde zu holen. Auf dem Schiff

während der Rückkehr tranken Tristan und Isolde versehentlich den Liebestrank, den Isolde lebenslänglich an ihren Gemahl hätte binden sollen. Es entstand eine leidenschaftliche Beziehung zwischen den beiden Herzen. Die Geschichte endet in verschiedenen Versionen: Tristan wird von Marc getötet, der nicht über diesen Verrat hinwegsehen konnte; oder er heiratet seine Geliebte und stirbt in seinem Schloss in der Bretagne. Beide male folgt ihm Isolde in sein Grab. Die Wagneroper und das Buch von Joseph Bédier haben dieses Liebesdrama berühmt gemacht.

 

Der Wald von Brocéliande und der Zauberer Merlin

 Brocéliande ist der Legendenname des derzeitigen Walds von Paimpont, südwestlich von Rennes. Es handelt sich hierbei jedoch nur noch um Reste eines riesigen Waldgebietes, das im Mittelalter das Herzen der Halbinsel einnahm und die Heimat zahlreicher Legenden aus der keltischen Mystik ist. Die Tafelrunde des König Artus fanden hier den Rahmen zu ihrem Schicksal und ihrer Suche: ihr König Artus hatte ihnen zu Befehl gegeben den heiligen Gral ausfindig zu machen, der in diesen Wäldern der „Kleinen Bretagne“ versteckt gewesen sein soll. Der Zauberer Merlin, als Freund und Berater des jungen Artus, war einer der Ehrengäste im Wald von Brocéliande. Die Quelle von Barenton erinnert so an die erste Begegnung zwischen Merlin und der Fee Viviane. Merlin verliebte sich so sehr in Viviane, dass er für sie allein unter dem Teich, in dem sich das Schloss von Comper in Concoret spiegelte, eine Zitadelle aus reinem Kristall erbaute. Die „Dame des Sees“, so wird sie auch genannt, zog Lancelot groß,  zukünftiger Ritter am Hofe Königs Artus. Trotz des Altersunterschiedes war Vivianes Liebe zu Merlin, dem Zauberer, stark und ausschließlich und schon bald war ihr das Irdische nicht mehr genug: die von Merlin erfahrenen Zaubergeheimnisse dienten ihr ihren Merlin am Jungbrunnen zu verzaubern und zuvor den alten Druiden zu verjüngen. Danach sperrte sie ihren Geliebten für die Ewigkeit in neun felsenharte Zauberkreise.

 

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