Jahreszeiten und Klima der Bretagne

Frühjahr - Sommer - Herbst - Winter in der Bretagne

Jahreszeiten und Reisetipps für die Bretagne

Armorika lautet der alte keltische Name der Bretagne: eine Halbinsel im Nordwesten Frankreichs, die weit in den Atlantik reicht. Der Haupterwerb der Bretonen besteht aus Landwirtschaft, Fischerei und Fremdenverkehr. Die Amtssprache ist französisch, aber zum Teil wird noch bretonisch gesprochen.  Herbst, Winter und Frühjahr sind die besten Zeiten, die von Wind und Meeresbrandung geprägte Bretagne zu entdecken. Alles ist viel entspannter als in den hektischen touristischen Sommermonaten.

Ferienhaus am Meer

 Aussicht vom Ferienhaus am Meer am Abend

Winter in der Bretagne

Waren Sie bisher im Winter noch nicht an der französischen Atlantikküste, haben Sie bestimmt ein falsches Bild über Klima und Landschaft der Bretagne. In unseren Breiten gilt das Finistère als rau. Dieses Vorurteil ist eine Fehleinschätzung, die sich auf Bildern von windumtosten und gischtgepeitschten Felsklippen gründet. Selbstverständlich trifft man auch auf dieses Wetter, wenn die Winterstürme über dem Atlantik auf den ersten Widerstand die Küste der Bretagne- treffen. Und trotzdem ist der Winter wesentlich milder als bei uns im deutschen Binnenland. Da die Bretagne sich wie eine große Halbinsel in den Golfstrom hinausschiebt, beeinflusst diese “Heizung” das Klima sehr positiv. Nur selten sinkt die Temperatur in den negativen Bereich und Schnee ist eine echte Seltenheit vor allem an der Küste, die überall nicht weit ist. Scheint dagegen die Sonne, so klettert das Thermometer auch im Dezember und Januar schnell auf 15 bis 17 Grad.

Nach der Côte d'Azur ist die Bretagne Frankreichs meistbesuchte Region. 2.500 Kilometer ist die einzigartig vielfältige Küste lang: felsige Steilküste, feinsandige, enge Buchten, ein bizarres Felsenmeer und lange Sandstrände für Badeurlauber. Wer im Winter einmal über die Point du Raz geklettert ist und ganz oben auf den Felsen durch die tiefe Brandung das Zittern der Steine erlebt hat, wer in der Abenddämmerung eines Wintertages durch den Wald von Brocéliande gewandert ist, und wer das Land der Montagnes Noire - der schwarzen Berge - im Winternebel kennen gelernt hat, der wird die Bretagne im Winter der im Sommer weit vorziehen. Nirgends in Europa brandet der Atlantik derart gewaltig an Felsen und Strände.
Temperatur

Welchen Einfluss diese milden Temperaturen auf die Natur haben, ist erstaunlich. Schon bei der Anreise sehen Sie in der Region um Rennes das satte Grün der Wiesen. Überall auf den Weiden steht das Vieh und an den Böschungen der Autobahn (Anm.: die in der gesamten Bretagne kostenlos benutzt werden kann) blühen die Ginsterbüsche. Der Stechginster ist eine Landschaftsprägende Pflanze. Er ist überall anzutreffen und blüht hauptsächlich in der kühleren Jahreszeit. Nach unserem Wintereinheitsgrau ist der Anblick dieser leuchtend gelben Büsche ein Genuss. Sind Sie dann an der Küste angekommen, so erkennt der aufmerksame Beobachter so manche Pflanze in den Gärten, die wir zuhause in Töpfen mühsam über den Winter zu bringen hoffen. Fuchsien, die oft als kleine Hecken gepflanzt sind oder die haushohen Fächerpalmen bezeugen, dass milde Winter keine Seltenheit sind. Durchaus kann man auch Ende Dezember an einer sonnigen Hauswand eine frisch erblühte Rose entdecken.

Point de Raz

Frühjahr Tulpenfelder an la Torche

So richtig nach Frühling sieht es dann Mitte Februar aus. In keinem Garten fehlen die dunklen immergrünen Büsche der Kamelien. Sie schmücken sich bereits ab Januar mit einer unglaublichen Anzahl von tollen Blüten. Diese handtellergroßen rosenförmigen Blüten gibt es in weiß und von zartem Rosa bis zu Dunkelrot. Zur gleichen Zeit öffnen sich auch die gelben Knospen der Mimosen und verströmen ihren feinen Duft. Dazu kommen noch die Blüten der weniger auffälligen Pflanzen, wie Rosmarin, wilde Schlüsselblumen, Narzissen, Tulpen. Sie müssen bei uns noch viele Wochen auf die Blüte warten. Der März fügt dann die Blüten der Azaleen und frühen Rhododendren hinzu, die in diesem feuchten, milden Klima besonders gut gedeihen.

Nicht nur die Pflanzen überraschen uns im bretonischen Frühjahr. Auch die Tierwelt hält manche Überraschung für uns bereit. So können wir während des ganzen Jahres den Gesang der Feldlerchen hören, den sie in der Luft “stehend” vortragen. In großen Scharen überwintern die Kiebitze auf den Feldern, ebenso die Bachstelzen. Es braucht nur ein paar sonnige Stunden, um Schmetterlinge und Hummeln aus ihren Verstecken zu locken. Bei Einbruch der Abenddämmerung huschen Sommer wie Winter die Fledermäuse bei ihrer Jagd über den Himmel.

Wer die Natur liebt und gleichzeitig die Ruhe sucht,  wer lange Spaziergänge über leere Sandstrände oder grüne Wiesen schätzt und dabei auch nicht vor einem kurzen Regenschauer zurückschreckt, der ist im Winter in der Bretagne - im Finistère- am richtigen Ort.

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Legenden im Herbst

Sobald Nebelschwaden an die Felsen und durch die Ginsterlandschaft ziehen, erwachen alle Legenden der Bretagne zum Leben. Hier stößt man überall auf die steinernen Zeugen einer tiefreligiösen Vergangenheit. Wo die Naturgewalten den Bauern und Fischern derart zusetzen, da sucht man Zuflucht im Glauben. Das taten die Menschen in der Steinzeit, das taten die Kelten und später die Christen. Und im Herbst und Winter sind diese steinernen Zeugen am schönsten anzuschauen. Man sollte deshalb unbedingt Carnac und Locmariaquer besuchen, ebenso la Grande Brière, das Sumpfgebiet in der Nähe von St. Nazaire. Auf keinen Fall sollte man den Mont St. Michel versäumen. Zur kalten Jahreszeit schieben sich auch keine Touristenheere durch die mittelalterliche Burganlage.

Kapelle

Die Megalithkultur

An der Südküste der Bretagne sind die meisten Zeugnisse der 5.000 Jahre alten Megalithkultur: Menhire (aufgerichtete Großsteine), Dolmen (Tischgräber der Fürsten), Steinreihen (Alignements) und Halbkreise (Cromlechs). Ihr Geheimnis ist immer noch nicht gelüftet. Teile dieser Küste waren offenbar die bevorzugten Stätten einer bedeutenden Gräberkultur. Dies ereignete sich etwa 5000 Jahre v. Chr. - also noch weit vor dem Bau der Pyramiden in Ägypten.

Hinkelsteine Alignements

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